Vergangenheit

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Zieht man einen Vergleich mit anderen Schützenvereinen der näheren und weiteren Umgebung ist es auffällig, dass die anderen Vereine im Gegensatz zu der Schützenbruderschaft "St.Jakobus" Stockum-Neuhaus teilweise eine viel ältere Tradition haben. Dieser Umstand resultiert daraus, dass bis zum Gründungsjahr 1876 die Bürger aus Stockum und wohl auch aus Neuhaus zum großen Teil Mitglieder der jetzt bereits 365 Jahre alten Schützenbruderschaft „St. Pankratius“ in Körbecke waren. Wie nämlich aus den Körbecker Annalen zu ersehen ist, kamen in den Jahren 1825 - 1875 und wahrscheinlich auch schon früher mehrere Königspaare aus Stockum. Zuletzt im Jahre 1875 mit Rudolf Hoffmann und Anna Schlüter. Was auch immer der Grund für die Trennung von der Körbecker Schützenbruderschaft gewesen sein mag, die Stockumer hielten die Zeit für gekommen, einen eigenen Schützenverein zu gründen. Dieser Entschluss fand unter der Stockumer Bevölkerung lebhaften Widerhall und sicherlich hat die Gründung eines eigenen Vereins wesentlich zur Förderung des dörflichen Gemeinschaftssinnes beigetragen, der bis heute unter den Stockumern lebendig geblieben ist.

Das noch vorhandene Protokollbuch, beginnend mit dem Gründungsjahr 1876, gibt Aufschluss über die Gründungsversammlung sowie über die zu gleicher Zeit aufgestellten Vereinsstatuten, die zugleich auch über die Form der Abhaltung von Schützenfesten eine genaue Aussage machen. Vom 20. Juni 1876 datiert eine Eintragung, wonach der Landrat die Vereinsgründung und die Vereinsstatuten genehmigt hat.

In der Gründungsversammlung haben 88 Stockumer Bürger mit eigener Unterschrift ihren Beitritt zum neugegründeten Stockumer Schützenverein erklärt.
Der Name “St.Jakobus“ Stockum – Neuhaus ergab sich bei der Generalversammlung daraus, dass der älteste Schützenbruder Jakob Nübel ( Anolds ) his. So entstand der Name Jakobus. Der Jakobus ist ein hl. Apostel, wobei es einen jüngeren und einen älteren Jakobus gibt. Man wählte den Älteren, weil dieser im Juli Namenstag hat. Der Ältere ist seit alters her derer, die auf dem Wege sind. Unzählige sind in den zurückliegenden Jahrhunderten mit ihm aufgebrochen, so auch wir als Bruderschaft “St.Jakobus“ Stockum-Neuhaus.
Der erste Vorstand umfasste 8 Schützenbrüder:

- Franz Leifert ( Hauptmann)
- Josef Mühlenschulte (Adjutant)
- Josef Joest
- Eberhard Plesser
- Heinrich Schwabe
- Clemens Mühlenschulte
- Franz Röttger
- Nikolaus Wulff.

  • Die damals aufgestellten Statuten bewirken aus heutiger Sicht teilweise ein leichtes Schmunzeln, wenn es da beispielsweise heißt:
  • "Der Ausschank von gebrannten Getränken (Branntwein, Likör, etc.) ist dem Festwirt beim Schützenfest verboten.''
  • "Der jeweilige König erhält 6 Mark aus der Vereinskasse, wobei er verpflichtet ist, eine Königsmedaille anfertigen zu lassen, die in den Besitz des Vereins übergeht."
  • "Vor dem Vogelschießen werden die Gewehre der Schützen von den Offizieren revidiert."
  • "Die Nichtteilnahme an der Beerdigung eines Schützenbruders wird ohne ausreichende Entschuldigung mit 5 Silbergroschen Strafe belegt."
  • Auch die gleichzeitig herausgegebene Schieß- und Tanzordnung enthält für heutige Begriffe kuriose Vorschriften. So zum Beispiel:
  • "Angetrunkene Personen können zum Schießen nicht zugelassen werden Auch ist während des Schießens der Genuss von geistigen Getränken streng verboten."
  • "Das Engagieren der Damen ist nur im Zelt und zwar bei Beginn des Tanzens erlaubt."
  • "Das Rauchen und Singen im Tanzzelt ist untersagt, ferner ist auch untersagt, sich in die Reihe der Tänzer einzudrängen.“